Aktuelles

Im Sinne eines offenen Meinungsaustausches veröffentlichen wir hier die aktuellen Entwicklungen zum Thema "Wiederaufbau der Ulrichskirche". Wir erlauben uns, ausgewählte gegenteilige Meinungen zu kommentieren. Wir bitten darum, antichristliche und antireligiöse Argumentationen zu unterlassen. Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

 
06.09.10

Interessanter Artikel in der Welt online

Einen interessanten Beitrag zum Thema Rekonstruktionen finden Sie in der Welt online unter dem Thema "Dürfen wir eigentlich Gebäude kopieren?- Aber selbstverständlich, glaubt der Kurator einer sehenswerten Ausstellung in der Münchner Pinakothek über historische Bauten." Ein Kommentar bringt es auf den Punkt: "Eine Rekonstruktion wäre nur dann eine Lüge, wenn sie behauptet, das Original zu sein. Aber das behauptet sie ja nicht."

http://www.welt.de/kultur/article8798627/Duerfen-wir-eigentlich-Gebaeude-kopieren.html

 
04.09.10

Infostand vor Modekette Nr.1 bis 18 Uhr

Heute informieren wir wieder bis 18.00 Uhr an unserem Infostand - dieses Mal vor der Modekette Nr. 1 am Breiten Weg 191.

 
03.09.10

Ausstellung in München über Rekonstruktionen äußerst sehenswert

Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
GESCHICHTE DER REKONSTRUKTION? KONSTRUKTION DER GESCHICHTE noch bis 31.10.2010

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Ein­em be­son­ders ak­tu­el­len The­ma wid­met sich das Münch­ner Ar­chi­tek­tur­mu­se­um in der Pi­na­ko­thek der Mo­der­ne. Vor dem Hin­ter­grund hef­ti­ger De­bat­ten um den Wie­der­auf­bau zer­stör­ter his­to­ri­scher Ge­bäu­de zeigt die Aus­stel­lung „Ge­schich­te der Re­kon­struk­tio­nen, Kon­struk­ti­on der Ge­schich­te“ noch bis zum 31. Ok­to­ber 2010 85 re­prä­sen­ta­ti­ve Fall­bei­spie­le so­wie wei­te­re 200 Re­kon­struk­tio­nen von Ge­bäu­den aus al­ler Welt von der An­ti­ke bis heu­te – vom Tem­pel in Je­ru­sa­lem über den Zeus-​Tem­pel in Olym­pia, die „Göt­ter­brü­cke“ in Nik­ko (Ja­pan), dem Pa­last von Man­da­lay in Myan­mar (Bir­ma), der Alt­stadt von War­schau oder der Burg Dank­war­de­ro­de in Braun­schweig bis zur Al­ten Brü­cke in Mo­star und der Dresd­ner Frau­en­kir­che. Für den Wie­der­auf­bau konn­ten re­li­giö­se Kon­ti­nui­tät, na­tio­na­le Be­stre­bun­gen, äs­the­ti­sche Vor­stel­lun­gen oder kom­mer­zi­el­le Wün­sche aus­schlag­ge­bend sein. Deut­lich wird auch der völ­lig von den Ge­pflo­gen­hei­ten des Wes­tens ab­wei­chen­de Um­gang mit his­to­ri­scher Bau­sub­stanz im Mitt­le­ren und Fer­nen Os­ten. In der his­to­ri­schen Rück­schau wer­den an­hand von Mo­del­len, Ge­mäl­den, Plä­nen, Fo­tos und Ani­ma­tio­nen un­um­strit­te­ne Re­kon­struk­tio­nen (wie die des 1902 ein­ge­stürz­ten Cam­pa­ni­le auf dem Mar­kus­platz in Ve­ne­dig) den hef­tig um­kämpf­ten ge­gen­über­ge­stellt. An­ti­ke-​Re­zep­ti­on und ar­chäo­lo­gi­sche Re­kon­struk­tio­nen fin­den sich eben­falls the­ma­ti­siert. Ein um­fang­rei­cher Ka­ta­log ist im Pre­s­tel Ver­lag, Mün­chen, er­schie­nen.

Aus dem Katalog: http://www.architekturmuseum.de/
"Über das Thema Rekon struktion wird seit Jahren eine heftige Debatte geführt. Rekonstruiert wird jedoch seit der Antike, da zu allen Zeiten Bauten zerstört und bei Bedarf wieder errichtet wurden. Die Gründe für einen Wiederaufbau sind dabei sehr verschieden und das Verständnis sowie die Definition von »Wiederherstellung« wechselten. Ein Blick in die Geschichte und eine differenzierte Betrachtung der Begriffe könnten helfen, die Probleme und Argumente in einen größeren historischen Zusammenhang einzuordnen und so die gegenwärtige Diskussion etwas zu »ent-emotionalisieren«. Zur Ausbildung und Prägung eines »kulturellen Gedächtnisses« (Jan Assmann) spielen Bauten, als exponierte und jedem direkt vor Augen stehende Zeugnisse der Vergangenheit, von jeher eine besondere Rolle. Mit einer Rekonstruktion wird im bewussten Rückgriff der verlorene »Erinnerungsort« als wichtiger Träger unterschiedlichster Bedeutungen wiederhergestellt. Viele Rekonstruktionen waren nie umstritten – wie beispielsweise der Wiederaufbau des 1902 eingestürzten Campanile am Markusplatz in Venedig – andere wurden in die  eschichte des jeweiligen Gebäudes integriert und sind heute längst selbst wieder historische Dokumente. In der Ausstellung werden anhand von 85 repräsentativen Fallbeispielen sowie weiteren 200 Rekonstruktionen – von Japan bis Kanada und von der griechischen Antike bis heute – verschiedene Beweggründe für die Wiedergewinnung verlorener Bauten dargestellt und analysiert. Der Bogen spannt sich von Rekonstruktionen aus Gründen einer religiösen Kontinuität über nationale Motive bis hin zu Wiederaufbauten zur Erfüllung ästhetischer Vorstellungen oder kommerzieller Wünsche. Die zeichnerischen Rekonstruktionen antiker Bauten von der Renaissance bis zur Gegenwart werden ebenso behandelt wie der von unseren westlichen Gewohnheiten völlig verschiedene Umgang mit historischer Bausubstanz im mittleren und fernen Osten. Modelle, Gemälde, Pläne, Fotos und Animationen geben einen umfassenden Einblick in ein spannendes Thema."

Die Magdeburger Ulrichskirche ist als Unseres Herrgotts Kanzlei ein "kulturelles Gedächtnis" des Protestantismus in Deutschland und Europa.

 
02.09.10

Argumente der Gegnerschaft: Ein Flugblatt

Dieses Flugblatt landete schon in zahlreichen Magdeburger Briefkästen. Es ist unsachlich, unwahr und beleidigend gegenüber dem Engagement der Bürger, die sich seit Jahren mit intensiver Aufklärungsarbeit für die einmalige Chance des Wiederaufbaus der Ulrichskirche einsetzen. Man kann nur hoffen, dass die Magdeburger Bürger auf diese unqualifizierte Art von „Argumentation" nicht hereinfallen:

"Sind auch SIE gegen die Errichtung einer de facto Disneyland-Replik („Ulrichskirche") im Zentrum unsere Heimatstadt? Sie können ihrer Ablehnung dieses sinnfrei-funktionslosen Neubaus einfach und wirkungsvoll Ausdruck verleihen ! Unterschriftenlisten in diesem Sinne liegen in ..... aus. KEINEN Quadratzentimeter (städtischer Grund und Boden !) und KEINEN Cent (erfahrungsgemäß geht sowas dann nie OHNE umdeklariert-verschlüsselt-versteckte Zuwendungen der öffentlichen Hand ab !) für dieses überflüssig-unnütze „potjemkinsche Dorf "! Zeigen Sie Bürgerengagement ! Bekunden Sie Ihren Unmut !! Werden Sie aktiv !!!"

 
02.09.10

Zitat des Monats

"Das ist einer Stadt bestens und allerreichest Gedeihen, Heil und Kraft, dass sie viel feiner, gelehrter, vernünftiger und wohlerzogener Bürger habe." Martin Luther

 
01.09.10

Beileid zum Tod von Hans P. H. Schuster

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. hat heute durch die Presseveröffentlichung in der Magdeburger Volksstimme Kenntnis vom Tod von Hans P. H. Schuster erhalten und möchte seiner Frau und seiner Familie sein ehrliches Beileid bekunden. Hans Schuster gilt uns als herausragendes Vorbild für bürgerschaftliches Engagement in der Elbestadt. Für die Aufstellung der Bronzedenkmale der gesprengten Magdeburger Kirchen, insbesondere der Magdeburger Ulrichskirche, danken wir ihm aus tiefstem Herzen.

Nachruf in der Magdeburger Volksstimme von Karl-Heinz Kaiser:
Hans P. H. Schuster ist tot. Am 30. August um 15.20 Uhr schloss er für immer die Augen, teilte gestern seine Familie mit.
Der Mann, der noch vor wenigen Wochen einen Kranz an der von ihm initiierten Königin-Luise-Statue niedergelegt hat, lebt nicht mehr. Es ist bestürzende Tatsache: Die Stadt Magdeburg hat vorgestern eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren, deren Wirken von Sachkunde, Augenmaß, Zielstrebigkeit und Bürgersinn für das Gemeinwohl geprägt war.
Hans Paul Hermann Schuster gilt bei vielen als Nestor der Magdeburger Denkmalpflege – beruflich wie ehrenamtlich. Auf sein Konto geht in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg der Wiederaufbau des Klosters Unser Lieben Frauen, die Instandsetzung des Doms und vieler Magdeburger Kirchen und historischer Bauten, die Wiederaufstellung der Kopie des Magdeburger Reiters 1964 auf dem Alten Markt  und die Bewahrung unzähliger plastischer Kunstwerke, Spolien, Putten. Auf seine Anregung hin erhielt die Johanniskirche in den 1980er Jahren die Aussichtsplattform. Das Magdeburger Urgestein hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, alles, was identitätsstiftend für die Elbestadt ist, zu fördern und zu entwickeln: Kultur, Kunst, Wissenschaft. 1990 begann für Hans Schuster, Unternehmer in dritter Generation, ein besonders erfolgreicher Lebensabschnitt.
Sein ehrenamtliches Engagement rückte dabei immer stärker ins Zentrum. Er war Vorsitzender der Gesellschaft für Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt, Vizepräsident des Landesheimatbundes, Vorsitzender des Kuratoriums 1200 Jahre Magdeburg, Mitbegründer des Domfördervereins, Mitglied im Kuratorium zum Wiederaufbau der Johanniskirche.
Als Mitbegründer der Magdeburgischen Gesellschaft und deren Vorsitzender wurden Konzerte und Diskussionen, die das geistige Leben in der Stadt bereichern, genauso zum Markenzeichen für ihn und seine Gesellschaft wie handfeste andere Aktivitäten: die Beschilderung von Denkmalen, die Herausgabe von Schriftenreihen zur Geschichte Magdeburgs, die Stiftung der Francke-Medaille.
Hans Schuster initiierte die Vergoldung des Magdeburger Reiters auf dem Alten Markt. Er realisierte die Gedenkstele für den Widerstandskämpfer Henning von Tresckow. Weithin bekannt wurde die Aktion Altstadtkirchen. Mit Geld aus Bürgerspenden wurden Bronzeplastiken der kriegszerstörten Kirchen und der Synagoge am Originalstandort aufgestellt. 
Zu seinen Leistungen zählt die Wiedererrichtung des Denkmals der Preußenkönigin Luise, das in den 1960er Jahren aus ideologischen Gründen geschleift worden war. 2005 wurde er als Kandidat zum Magdeburger des Jahres nominiert.
2003 erhielt Hans P. H. Schuster den Ehrenring der Landeshauptstadt. 2004 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Von 1990 bis 1994 war er Bundestagsabgeordneter der FDP.
Der Tod ereilte ihn nach kurzer, schwerer Krankheit nur wenige Monate vor seinem 82. Geburtstag, den er am 11. November gefeiert hätte.

 
01.09.10

18 Uhr, Live-Sendung des Offenen Kanals auf dem Ulrichplatz am Modell

Am Mittwoch, den 01.09. findet ab 18.00 Uhr eine Live-Sendung des Offenen Kanals auf dem Ulrichplatz am Ulrichskirchenmodell statt. Auf dem Podium diskutieren Befüworter und Kritiker über den Wiederaufbau der Ulrichskirche. Für das Kuratorium sind dabei Ellen Richter, Guido Becker und Renate Fochler. Moderiert wird das Gespräch von Ditmar Pauke und Helge Hinze. Ab sofort online unter:

http://www.ok-magdeburg.de/content/video_pops/4zu1_flv.htm

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01.09.10

Die Magdeburger Volksstimme berichtet

 
31.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
30.08.10

Der Kulturfalter berichtet

Das Bürgerbegehren zur Ulrichskirche läuft noch bis zum 10. September
„WIR SEHEN DAS SPORTLICH“

Zehntausend am Zehnten? Diese Frage bewegt derzeit die Magdeburger Gemüter und jeder weiß, worum es geht: Wird es zum Bürgerentscheid über den Wiederaufbau der Ulrichskirche kommen? Wird die Bürgerinitiative „Demokratie wagen – Bürger fragen“ es schaffen, bis zum 10. September die zehntausend vorgeschriebenen Unterschriften zu sammeln, die den Schritt vom Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid freimachen? Und somit ein Novum in Sachsen-Anhalt schaffen – denn einen „richtigen“ Bürgerentscheid gab es noch nie im Land, sieht man mal von den kommunal initiierten Abstimmungen zur Gebietsreform ab. Gut für Magdeburg wäre es auf jeden Fall.
Die Fronten sind klar bzw. scheinen sie klar zu sein: Auf der einen Seite das Kuratorium Ulrichskirche e.V. mit Tobias Köppe, dem Initiator des Wiederaufbauprojekts. Und auf der anderen Seite die Bürgerintiative mit der treibenden Kraft Carola Schumann, ihres Zeichens FDP-Stadträtin, an der Spitze. Schnell sind Pro-Contra-Formulierungen bei der Hand, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass das Bürgerbegehren die potentiellen Unterschreiber fragt, ob sie „gegen einen Wiederaufbau der Ulrichskirche“ sind. Aber anders als erwartet oder vermeintlich bewiesen durch emotionale Querschläger auf beiden Seiten, zeigt das aktuelle Geschehen, wie besonnen und unübertrieben vernünftig die Protagonisten und die Magdeburger mit der Thematik umgehen. Und wie die Stadt mit der Diskussion um die Ulrichskirche die Chance hat, anderen Städten zu zeigen, wie man demokratisch-bürgerlich mit „wichtigen Gemeindeangelegenheiten“ verfährt und quasi nebenbei dem Stadtrat deutlich macht, dass ein Vertrauen in des Volkes Meinung gut angelegt sein kann.
Denn das Bürgerbegehren von „Demokratie wagen“ zielt mitnichten auf polemische Fundamentalopposition zum Kirchen-Neu/Wiederaufbau ab. Es birgt die einfache Chance, die Magdeburger selbst über ihre Innenstadt entscheiden zu lassen. Aber die Gemeindeordnung schreibt nunmal eine konkrete Ja/Nein-Fragestellung vor. Würde dem nicht so sein, würde dem Bürgerbegehren das gleiche Schicksal drohen, wie einem Versuch in Stuttgart: Ein Bürgerbegehren gegen das ungeliebte Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wurde im Juli 2009 trotz ausreichender Unterschriftenzahl für unzulässig erklärt, weil es keine konkrete Forderung erhoben hat, sondern nur Verantwortung delegieren wollte. Heute gibt es in der selben Frage im Schwabenland kein Vor oder Zurück mehr. Dafür aber eine umso zerstrittenere Stadt. Natürlich geht es in Magdeburg in Bezug auf die Ulrichskirche nicht um Millarden. Dem Kuratorium nach soll der Kirchenbau über Spenden finanziert werden und den Stadthaushalt nicht belasten. Aber auch wenn Geld angeblich keine Rolle spielt, so beinflusst ein Ja oder Nein in Bezug auf die Ulrichskirche doch das Aussehen der Innenstadt für die nächsten hundert oder gar tausend Jahre.
Carola Schumann macht keinen Hehl daraus, dass sie kein Fan des „Kirchenneubaus“ ist. Gleichzeitig ist es ihr aber ein inneres Bedürfnis, im Telefonat mit KULTURFALTER gleich mehrmals klarzustellen, dass ihr es nicht um das Scheitern des Kirchenprojekts geht: „Ich will niemanden davon abbringen, für die Kirche zu sein.“ Ihr ist die Entscheidungsmöglichkeit für die Bürger selbst wichtig. Letztere hat der Stadtrat den Magdeburgern nicht zugestehen wollen. Zwar wird Schumann deshalb von einigen Befürwortern der Kirche kritisch beäugt, da sie durch einen möglichen Bürgerentscheid das Votum des Stadtrats, dem sie selbst angehört, revidieren könnte. Aber wenn das Gesetz netterweise eine direkte Bürgerentscheidung als relevanter definiert, warum sollte sich eine von den Bürgern gewählte Stadträtin nicht auf dieses Gesetz bzw. das Recht auf ein Bürgerbegehren berufen?
So wie Schumann glaubwürdig macht, die Ulrichskirchenentscheidung einfach nur in die Hände der Magdeburger legen zu wollen, versichert Tobias Köppe ebenso ehrlich seinen „Respekt für die bis jetzt von der Initiative gesammelten Stimmen“. Für ihn steht nicht weniger als die Vision vom Wiederaufbau der Kirche auf dem Spiel, die er vor 15 Jahren als historisch interessierter Medizinstudent in Magdeburg hatte. Trotzdem sagt er, dass er im Falle des Falles „die aus dem möglichen Bürgerentscheid resultierenden Konsequenzen akzeptieren und tragen“ würde. Keine Spur von Frustration findet sich bei ihm, aber auch kein Anzeichen von Resignation. In seinen Äußerungen schwingt glaubwürdig mit, dass ihm die Ulrichskirche eine Herzensangelegenheit ist – aber keine, die er den Magdeburgern aufzwingen will.
Beide, sowohl Köppe als Schumann, machen gerade ihre Erfahrungen mit den negativen emotionalen Seiten der Frage zu Ulrichskirche. „Wir haben an unseren Ständen oder auf unserer Website viel Kritik bekommen. Und manche E-Mails kann ich gar nicht auf der Website veröffentlichen, weil es ziemlich derbe Beschimpfungen oder unchristliche Pöbeleien sind“, erzählt Tobias Köppe. „Aber das betrifft nur einen kleinen Teil und wir haben auch viele intelligente und sachliche Gegner.“ Beinahe Identisches kann Carola Schumann erzählen: „Wir hatten und haben an unseren Unterschriftenständen auch viele Gegner dabei und mussten uns teilweise als Stalinisten beschimpfen lassen. Aber es gab auch viele Befürworter der Ulrichskirche, die auf unseren Listen gern unterschrieben haben, weil sie einen Bürgerentscheid wollen.“
Für die emotionalen Begleitungerscheinungen der Ulrichskirchen-Debatte finden sowohl Carola Schumann als auch Tobias Köppe bemerkenswerter Weise unabhängig voneinander die selben Worte: „Wir sehen das sportlich.“ Gleiches würden wahrscheinlich auch die meisten Magdeburger sagen, wenn „sportlich“ gegen „demokratisch“ ausgetauscht werden würde. Denn es scheint, als würden sie sich, ebenso wie Schumann und Köppe, nach einem bürgerdemokratischen Votum sehnen – und diese Entscheidung unabhängig vom Ergebnis auch mittragen. Damit hätte Magdeburg vielen anderen Gemeinden demokratisch eine Menge voraus. Es käme auf einen Versuch an. Bis zum 10. September ist noch Zeit, mit seiner Unterschrift die Weichen dafür zu stellen. Alexander Bernstein

Diesen Artikel im Original downloaden

 
28.08.10

Heute wieder Infostand von 10-20 Uhr (nahe Frankonia)

Wir informieren am heutigen Samstag wieder von 10.00 bis 20.00 Uhr an unserem Infostand in der Fußgängerzone zwischen Ulrichplatz und Breitem Weg (nahe Frankonia) über unsere Vereinsarbeit. Vereinsmitglieder beantworten Ihnen Ihre Fragen. Viele Infomaterialien können Sie mitnehmen. Für den Wiederaufbau der Ulrichskirche kann man am Stand unterschreiben. 

 
28.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
27.08.10

18.30 Uhr Stammtisch im Rathaus-Café am Alten Markt

Ein zusätzlicher Ulrichskirchen-Stammtisch für Mitglieder und Interessierte findet am Freitag, den 27.08. um 18.30 Uhr im Rathaus-Café am Alten Markt statt.

 
25.08.10

Radiointerview mit Dr. Tobias Köppe im Deutschlandfunk in der Sendung "Kultur heute"

In der Radio-Sendung "Kultur heute" wird Dr. Tobias Köppe, Vorsitzender des Kuratoriums Ulrichskirche e.V., von Christoph Schmitz interviewt. Das Interview kann unter folgendem Link angehört und auch nachgelesen werden:

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=57942&datum=20100825&playtime=1282750591&fileid=59b44019&sendung=57942&beitrag=1257384&/

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1257384/

Rekonstruktionsstreit in Magdeburg
Warum der Wiederaufbau der Ulrichskirche umstritten ist
Tobias Köppe im Gespräch mit Christoph Schmitz

Als 1547 kaiserliche Truppen die Stadt Wittenberg, das Zentrum der lutherischen Reformation, besetzten, flohen Geistliche nach Magdeburg, das so zum Flucht- und Widerstandsort des neuen Glaubens wurde, und von der Ulrichskirche aus gingen die reformatorischen Streitschriften in die Welt hinaus.

1956 wurde die kriegsbeschädigte Ulrichskirche von der SED gesprengt. Nennenswerten Widerstand gab es unter den Bürgern nicht, weswegen sieben weitere Gotteshäuser in die Luft gejagt wurden. Wie aber kommt es vor diesem Hintergrund dazu, dass eine im DDR-Sozialismus entchristlichte Stadt 20 Jahre nach dem Mauerfall die Ulrichskirche wieder errichten möchte? Dazu Tobias Köppe, Vorsitzender des Wiederaufbauvereins.

Tobias Köppe: Ja, weil Magdeburg jetzt nach 20 Jahren quasi die Infrastruktur wieder geschaffen hat, die Innenstadt ist wiederbelebt worden, sie war quasi durch die DDR-Zeit kaum wiederbebaut worden, man hat sich wieder mit der eigenen Geschichte beschäftigt, man hat seinen Standort in Deutschland neu definiert, und dieses historische Bewusstsein hat wieder Wurzeln gefasst. Deswegen ist das Thema Ulrichskirche, die ja die zentralste Kirche der Altstadt war, jetzt auch wieder in aller Munde.

Schmitz: Der Stadtrat hat den Bauplatz für einen Wiederaufbau der Ulrichskirche reserviert, finanziert werden müsste er durch Spenden, also keine öffentlichen Gelder werden hier hineinfließen. Dennoch gibt es Widerstand in der Bevölkerung, ein Bürgerentscheid, der derzeit läuft, könnte das Projekt verhindern. Wer sind die Gegner des Wiederaufbaus und welche Argumente halten sie Ihnen entgegen?

Köppe: Das sind in der Regel Leute, die die Ulrichskirche nicht mehr kennen, quasi mit der Stadt des Schwermaschinenbaus groß geworden sind, sich an die neuen Räume gewöhnt haben. Es ist ja eine Stadt, die noch in vielen Räumen sozialistisch wirkt. Sie haben sehr viele sanierte Plattenbauten. Diese Menschen, die in diesen Gebäuden wohnen, sind der Meinung - das hat man mir auch immer wieder persönlich gesagt -, dass sie quasi nicht auf eine Kirche gucken wollen, dass die Stadt, so wie sie ist, sich verändert hat, in den Jahren nach der Wende und auch nach dem Krieg natürlich, und dass die Ulrichskirche dort nicht mehr hinpassen würde, vor allen Dingen auch wegen der Grünfläche. Das ist das Hauptargument der Gegner. Allerdings sagen wir immer ganz bewusst, es handelt sich nur um einen sogenannten Grünflächenverlust von 25 Prozent. Der Ulrichplatz in der Mitte der Stadt hat ja 8000 Quadratmeter und nur 2000 Quadratmeter werden von der Ulrichskirche okkupiert, wenn man überhaupt von Okkupation sprechen kann, denn es handelt sich ja um ein Bauwerk, das da über 1000 Jahre stand.

Schmitz: Bis zum 10. September müsste die Anti-Wiederaufbau-Bewegung für ihren Bürgerentscheid 10.000 Magdeburger Bürger zur Unterschrift bewegen. Schaffen sie das und was, wenn der Bürgerentscheid zustande kommt?

Köppe: Sie wissen ja: Von den sechs Wochen nach Stadtratsbeschluss sind jetzt drei um. 10.000 Unterschriften gilt es zu sammeln. Laut Zeitungsmeldungen sind knapp die Hälfte gesammelt worden. Bis 10.9. ist Zeit. Sollten sie es schaffen, gibt es dann laut sachsen-anhaltischer Gesetzgebung drei Monate nach Bürgerbegehren einen Volksentscheid. Dieser Volksentscheid wäre dann quasi terminiert auf Anfang Dezember. Wenn sie es schaffen, dann machen wir halt keine Spenden-Akquise, wie eigentlich vorgesehen, in unserem Förderverein, sondern wir machen Wahlkampf. Aber so weit ist es noch nicht, deswegen sehen wir der Sache entspannt entgegen.

Schmitz: Ist von der 1000 Jahre alten ottonischen Kirche eigentlich noch irgendetwas übrig geblieben, ein Schuttplatz, wo man noch wichtige Bauteile bergen und einbauen könnte, oder muss man alles rekonstruieren?

Köppe: Wir haben eine Unterkirche, die ottonisch ist. Laut Archivunterlagen sind da noch gewölbte Räume, die quasi unter dem zentralsten Platz der Landeshauptstadt Magdeburg schlummern. Ulbricht hat natürlich ganze Arbeit geleistet, er hat die Kirche ebenerdig abtragen lassen. Sie wurde ja in den Türmen gesprengt. Die sollten dann eigentlich auf das Schiff fallen, sind dummerweise kerzengerade in sich zusammengefallen, und dann musste das Schiff noch abgebrochen werden über mehrere Tage, sodass wir vermuten, dass im Osten, da wo die Grüfte sind, keinerlei Beschädigung ist, denn da waren ja keine Sprengladungen. Und wir haben glücklicherweise noch sehr viel Originalmaterial, weil diese Trümmer wurden dann in den Magdeburger Zoo geschafft, um dort Tiergehege zu bauen, die 2007 teilweise wieder abgerissen wurden, und wir haben als Bürgerinitiative bereits 20 Tonnen Original-Ulrichskirchenstein gesichert, und wir kennen noch viele andere Stellen, wo die Steine verbuddelt worden sind.

Schmitz: Wie teuer soll das Ganze eigentlich werden und ist eine solche Summe durch Spenden überhaupt aufzubringen?

Köppe: Wir haben das den Architekten überlassen, das zu berechnen. Die haben berechnet in Originalbauweise eine Bausumme von 30 Millionen Euro, was verglichen mit Dresden - die hatten 180 Millionen Euro - oder Potsdam bei der Garnisonkirche 65 Millionen Euro ja geradezu günstig ist. Natürlich sind wir Realisten, wir wissen, dass dieses Geld sicherlich hier vor Ort oder in Sachsen-Anhalt, in Ostdeutschland schwer zu sammeln ist. Deswegen zielen wir ganz bewusst ab auf die sehr, sehr bedeutende, wir sagen ganz bewusst welthistorische Bedeutung der Ulrichskirche als Verbreiterin der Ideen des Protestantismus.

Schmitz: Zum 500. Jahrestag der Reformation im Oktober 2017 soll das Werk vollendet sein, wenn es nach Ihnen ginge. Sie müssen ja ein großer Optimist sein, oder?

Köppe: Also ich bin sehr sicher, dass die Ulrichskirche an ihren angestammten Platz zurückkommt. Sie stand dort über 1000 Jahre. Die Kirche gehört zu dieser Stadt. Ohne Ulrichskirche ist Magdeburg nicht vollständig.

(Quelle: Deutschlandfunk, Sendung "Kultur heute" vom 25. August 2010)

 
25.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
24.08.10

Radiointerview mit Dr. Tobias Köppe, Vorsitzender Kuratorium Ulrichskirche e.V. (Radio ERF)

Streit um die zerstörte Ulrichskirche in Magdeburg, Bürgerbegehren könnte den geplanten Wiederaufbau verhindern. Eine Stadt, deren Zentrum aus einer großen Liegewiese besteht, hat ein städtebauliches Problem. So der Leiter des Stadtplanungsamtes in Magdeburg. Seit Jahrzehnten vermissen viele Menschen die Ulrichskirche, die bis 1956 hier auf dem Ulrichsplatz stand. Ein Bürgerbegehren wird nun darüber befinden, ob die Kirche wieder aufgebaut werden soll. Kai-Uwe Woytschak spricht mit Dr. Tobias Köppe, Vorsitzender des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Ulrichskirche in Magdeburg. Link zum Download:

http://www.erf.de/index.php?content_item=5885&node=1104

 
24.08.10

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet

 
22.08.10

Der Magdeburger Sonntag berichtet


Anmerkung: Die Grünfläche muß nicht weichen, die Kirche beansprucht mit Zugangswegen und Vorplatz nur 25% der Fläche des Ulrichplatzes!

 
21.08.10

Heute wieder Infostand von 10-20 Uhr (nahe Frankonia)

Wir informieren am heutigen Samstag wieder von 10.00 bis 20.00 Uhr an unserem Infostand in der Fußgängerzone zwischen Ulrichplatz und Breitem Weg (nahe Frankonia).

 
20.08.10

Reaktion der CDU/BfM auf Kommentar von Ute Semkat veröffentlicht

Drei Wochen nach Erscheinen des Kontra-Kommentars von Ute Semkat am 30.7. in der Magdeburger Volksstimme erscheint die Reaktion von Stadtrat Dr. Klaus Kutschmann von der CDU/BfM-Ratsfraktion vom 2.8.:

 
20.08.10

Neuer Downloadbereich

Für unsere Mitglieder und alle Interessierten haben wir ab sofort einen Downloadbereich eingerichtet, wo im pdf-Format diverse Schriftstücke heruntergeladen werden können:

http://www.ulrichskirche.de/cms/download.html

 
19.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
18.08.10

Neues Video online

Auf youtube können Sie nun auch den neuesten Bericht des offenen Kanals über das Kuratorium Ulrichskirche e.V. anschauen:

http://www.youtube.com/watch?v=0po8C1bquAQ

 
18.08.10

Termine für Infostände in der Innenstadt

Samstags jeweils von 10.00 bis 20.00 Uhr informieren wir an unserem Infostand:
21.08.  Ulrichplatz Fußgängerzone (Frankonia)
28.08.  ebenda
04.09.  Breiter Weg 191 (Modekette Nr. 1)  (bis 18.00 Uhr)
11.09.  MVB-Kassenhäuschen (McDonalds)
18.09.  ebenda
25.09.  ebenda
01./02./03. Innenstadt (wird noch präzisiert)
(Rathausfest zum Tag der Deutschen Einheit)
09.10.  MVB-Kassenhäuschen (McDonalds)
16.10.  ebenda
23.10.  ebenda
30.10.  ebenda

 
18.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
17.08.10

Pro und Kontra in der Magdeburger Volksstimme

 
16.08.10

Reaktionen auf den Kontra-Kommentar von Ute Semkat in der Magdeburger Volksstimme (30.7.)

Die folgende Reaktion auf den Kontra-Kommentar der Journalistin Ute Semkat vom 30. Juli 2010 in der Magdeburger Volksstimme wurde am 2. August 2010 von der Pressestelle der Ratsfraktion der CDU/BfM abgegeben, bisher jedoch nicht von der Presse aufgegriffen. Gleiches gilt für den Kommentar von Architekt Uwe Thal aus Magdeburg. Wir erlauben uns daher die Übernahme auf unserer Seite mit Angabe der Quelle:

Dr. Klaus Kutschmann, Stadtrat der Fraktion CDU/BfM
"Privatfinanzierter Wiederaufbau ist identitätsstiftend und unterstützenwert"

Es ist in der Tat so: An einem möglichen Wiederaufbau der in der Nachkriegszeit gesprengten Ulrichskirche scheiden sich die Geister. Die Meinungen pro oder contra Wiedererrichtung gehen mitunter quer durch die Familien. Allerdings muss zur Klarstellung der Beschlüsse des Stadtrates und zu einer umfassenden Information der Magdeburger die derzeitige Beschlusslage dargestellt werden. So ist der Wiederaufbau an sich noch nicht beschlossen, sondern das Engagement des Kuratoriums für den Wiederaufbau ist begrüßt worden. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Neben der Unterstützung durch das Vorhalten des Grundstückes werden durch den Stadtrat u.a. der Nachweis eines tragfähigen Finanzierungskonzeptes sowie der Nachweis eines nachhaltigen Nutzungskonzeptes verlangt. Das ist die derzeitige Beschlusslage. Wir sind der Meinung, dass dieser Einsatz des Kuratoriums für unsere Heimatstadt sinnvoll ist. Die Ulrichskirche sollte unter den vorgegebenen Bedingungen wieder errichtet werden. Dabei geht es uns nicht um einen Vergleich mit anderen Städten, die zerstörte, gesprengte oder abgerissene Gebäude wiedererrichtet haben, sondern es geht uns um die Identität unserer Stadt, um das verlorene Stadtbild. Der Wiederaufbau ist kein Eingriff in eben dieses Stadtbild, denn kann eine Wiedererrichtung eines gesprengten Gebäudes in diesem Sinne ein Eingriff sein? Dabei kommt es darauf an, dass durch eine qualifizierte Gestaltung der Innenstadt, zu der u.a. der Nordabschnitt des Breiten Weges, die Gestaltung der Eisenbahnquerung an der Ernst–Reuter-Allee, die Klärung der Situation am sog. „Blauen Bock“ und die Entwicklung um das ehemalige Krankenhaus Altstadt gehören, eine behutsame Verengung des Zentrums erreicht wird. Die breiten Alleen brauchen wir nicht mehr. Die Zeit der sozialistischen Aufmärsche sind glückerweise vorbei. Magdeburg braucht ein Zentrum! Ein möglicher Nachbau der Ulrichskirche muss sich in ein Ensemble der Innenstadt einpassen. Und das verschiedene Baustile, mitunter auch Bausünden der Vergangenheit, sich in einer Stadt finden lassen, ist keine Seltenheit. Das kann auch nicht anders sein, denn eine Stadt entwickelt sich in Epochen. Die verschiedenen Baustile, auch die mitunter verschiedene Ansichten über Architektur widerspiegeln eine Entwicklung einer Stadt. Ein Magdeburg-Disney wäre wie aus einem Guss. Ein derartiges Stadtbild würde nicht die historische Entwicklung, auch die Baustile verschiedener Zeitalter, widerspiegeln. Leider wurde es versäumt, Erhaltenswertes zu erhalten, wieder aufzubauen oder zu unterhalten. Diese Sünden an den historischen Bauten sind seit der unmittelbaren Nachkriegszeit und im wesentlichen zu DDR-Zeiten bis heute nachweisbar, z.B. verschiedene Kirchen, das alte Stadttheater, das ehemalige Stadtbad, der Kristallpalast usw. Die Prognosen über einen Rückgang der Bevölkerungszahlen lassen sich für unsere Heimatstadt nach dem derzeitigen Trend zu mindestens anzweifeln. Wir sind der Meinung, dass es durchaus gute Chancen für die Landeshauptstadt gibt, diesen Trend umzukehren und die Stadt, die Bevölkerungszahlen und die Ansiedlung produzierenden Gewerbes zu verbessern. Die derzeitige Situation nur zu bejammern, ist wenig hilfreich. Jeder sollte mit Stolz auf  s e i n e  Stadt für uns werben, das positive betonen und die Potenzen unserer Region herausstellen. Dann entsteht keine „Leere“, sondern Leben, Bildung und Streben! Von einer „Pseudo-Kirche“ zu sprechen, ist einigermaßen vermessen. Über die Entwicklung der Konfessionen in einer durch 40 Jahre nachhaltig und staatlich verordneten, atheistisch geprägten Gesellschaft lassen sich heute nur Spekulationen anstellen. Ganz grundsätzlich muss es sehr nachdenklich stimmen, wenn hinsichtlich der Entwicklung unserer 1200-jährigen Stadt immer wieder Bedenken, Zweifel und Kleinmut zum Ausdruck gebracht werden. Diesen Leuten muss man sagen, muss sie fragen: Was hast Du für Deine Stadt getan? Wie trägst Du zu einer prosperierende Stadt bei und wie vertrittst  Du Deine Stadt nach außen, wenn es denn Deine Heimatstadt ist? 

Quelle: http://www.cdu-magdeburg.de/front_content.php?client=20&changelang=18&idcat=381&idart=7347

Uwe Thal, Dipl.-Ing. Architekt BDA
"Heilung durch Rekonstruktion? Ein Kommentar"

Die in den letzten Wochen immer mehr ausufernde Diskussion um den Wiederaufbau der Ulrichskirche in Magdeburg lässt das eigentliche Ziel, den Gewinn an Urbanität, die Zeitgerechtigkeit auch in Bezug auf Lebensqualität, immer mehr in den Hintergrund treten. Der Verdacht liegt nahe, dass Veränderungen Angst machen und der sich daraus entwickelnde Unmut für ideologische Zwecke instrumentalisiert werden soll. Da ist es doch einfach, sich an das Hergebrachte zu klammern. Kurzfristiges Denken und Furcht vor Visionen machen uns jedoch kleiner als wir es wirklich verdient haben. Da ist ein Kuratorium angetreten, um eine Kirche wieder zu errichten. Am bauzeitlichen Ort; das Areal ist unbebaut, die Grundmauern schlummern unter einer grünen Wiese. Voraussetzungen also, die wirklich einmalig sind, so einmalig wie der geplante Bau selbst. Wem ist es schon in der neueren Zeit gegeben, eine Kirche bauen zu dürfen? Der Verein verfolgt das sich selbst gegebene Ziel, die letzte architektonische Fassung des Kirchenbaus originalgetreu zu rekonstruieren. Das ist nicht nur mutig, sondern wird natürlich in erster Linie viel Geld kosten. Benötigte Mittel sollen durch Spenden aufgebracht werden. Die Voraussetzungen dafür sind generell nicht schlecht. Hier wird der Verein einfach Engagement an den Tag legen müssen. In der Öffentlichkeit schürt dieses Unterfangen eine Art philanthropisches Misstrauen, so dass aufgeweckte Mitmenschen nicht davon abzuhalten sind, über die Sinnhaftigkeit des avisierten Geldflusses nachzudenken. Bei diesen Gedankenergüssen spielt jedoch das eigentlich geplante Vorhaben an sich mehr oder weniger keine Rolle mehr.

So spart die sich selbst zu einer Mehrheit artikulierte Gegnerschaft nicht mit guten Ratschlägen, wie jenes Geld doch viel besser einzusetzen sei, über das aber - wer will es in dieser Debatte schon wahrhaben - überhaupt noch gar keine Verfügung besteht. Die gutgläubige Öffentlichkeit schwenkt ein und befeuert den Wiederaufbaugedanken mit Gegenentwürfen, denen nichts noch so Absurdes fremd ist. Wenn Bürger sich aufmachen, um eine Idee unter das Volk zu tragen und deren Verwirklichung nicht dem Staat oder der Stadt überlassen wollen, gilt dies offenbar als Störung des „Familienfriedens“. Die Offensive einiger, sofort als Minderheit erkannte Bürger, muss dann per se nur eine Marotte oder schlicht ein eitler Selbstverwirklichungstrip sein. Da kann doch ein jeder Kritiker in bester Schreiberlaune ohne Umschweife souverän dagegenhalten: Kirche aus Legosteinen, Grünfläche mit Skaterbahn. Dieser im wahrsten Sinne des Wortes hausgemachte Blödsinn kennt anscheinend keine Grenzen mehr. Das Sammelsurium der Ideen, welche vielleicht gut gemeint sind, aber dummerweise weit über den Vereinszweck des Kuratoriums hinausgehen, werden dann z.B. auch noch in einem kürzlich veröffentlichten Presseartikel von feuilletonistischen Eingebungen wie „Pseudokirche“ oder „Magdeburg-Disney“ bekrönt, was bestenfalls für einen Bericht aus Entenhausen reicht, aber nicht für einen aus Magdeburg.

Zudem fehlt es offenbar einigen, mit einer noch jungen Demokratie überforderten Zeitgenossen so sehr an Gemeinsinn, dass der freiheitliche Grundgedanke einer Spende ad absurdum geführt wird. Bitte nicht spenden für diesen Quatsch! Die Spenden könnten doch für etwas anderes viel besser verwendet werden. Solch demonstrative Bevormundung verdeutlicht nicht nur die zügellose Respektlosigkeit gegenüber denjenigen, die mit diesem Projekt Verantwortung übernommen haben und eine gute Sache zu vertreten meinen, sondern diffamiert grundsätzlich jeden Spender. Unabhängig davon, das sei noch ergänzend angemerkt, dürfen zweckgebundene Spenden nicht für andere Dinge eingesetzt oder einfach mir nichts, dir nichts umgeschichtet werden, selbst wenn der Einsatzgrund für das Gemeinwohl eine noch größere Bedeutung hätte. Zumindest in dieser Hinsicht ist die geltende Rechtslage in Deutschland mal eindeutig.

Dass nun nicht jeder sofort damit einverstanden ist, dass es möglicherweise auch wirklich gute Gründe gibt, die Wiedererrichtung dieses Bauwerks in Frage zu stellen, umzeichnet das Spektrum der Debatte und sollte eigentlich die sich anbahnenden „Grabenkämpfe“ vermeiden helfen. Der Verein nimmt sich im vorliegenden Falle zunächst lediglich das Recht heraus zu werben, nicht mehr. Es kann jedoch nicht sein, dass in einer einzigartigen Mischung aus Empörung und Halbwahrheiten ausgerechnet ein an sich karitatives Anliegen mit vermeintlich heroischem Eifer niedergetreten wird, nur weil ein Antrag des Oberbürgermeisters im Stadtrat nicht die erhoffte Mehrheit erlangte. Die Gleichstellung zur Erlangung einer Entscheidung, das sei allen ins Stammbuch geschrieben, war zu jeder Zeit gewahrt. Vielleicht hätte ein Aufbäumen der so genannten „Gegner“ schon im Vorfeld der jetzt als Affront empfundenen Stadtratssitzung die den gewählten und das Vorhaben unterstützenden Volksvertretern heute unterstellte „Allmachtsfantasie“ relativiert, sie vielleicht sogar unterbunden. Das hemmungslose Nachtreten der sich nach der Entscheidung plötzlich selbst als „Verlierer“ ausgemachten Bürger verdeutlicht das bisher ungeahnte Ausmaß substanzieller Verirrungen in einer Auseinandersetzung, die doch eigentlich um die Sache selbst geführt werden sollte.

Im Grunde haben wir alle doch nichts zu verlieren. Wie berechtigt, wie sinnstiftend und wie werthaltig der Wiederaufbau versunkener und erst recht mutwillig zerstörter Gebäude sein kann, hat uns nicht nur die Vergangenheit sondern auch die Gegenwart gezeigt. Mit großem Aufwand werden in Deutschland historische Gebäude oder Anlagen saniert, gar wieder originalgetreu rekonstruiert. So auch in Magdeburg. Niemand nimmt Anstoß daran, jeder begreift diese Form der „Reanimation“ als wertvolles, beinahe alltägliches Element städtebaulicher Entwicklungen. Was ist das dagegen für eine Lösung, wenn man wie in Staßfurt - im Zusammenhang mit der IBA 2010 - statt auf Wiederaufbau auf einen Tümpel in der Stadtmitte setzt oder wenn man wie in Halberstadt die "Leere" feiert. Wer solches für Magdeburg - sprich: Grünfläche - fordert, versteht von der großartigen Geschichte dieser Stadt rein gar nichts. Und wer mit einer Kirche nichts mehr anzufangen weiß, sondern lediglich eine "sehr überzeugende Nutzungsidee" abverlangt, dem ist die spirituelle Sinngebung eines solchen Bauwerks abhanden gekommen.

Die Wiedererrichtung der Ulrichskirche darf nicht als Heilung, sondern muss als Chance begriffen werden. Entgegen der publikumsfernen Meinung von neunmalklugen Journalisten und Planern sind es Magdeburger Bürger, welche sich mehr und mehr dem Gedanken der Wiedererrichtung zuwenden, die sich intensiv mit den angebotenen Inhalten auseinandersetzen und letztlich auch ihre eigene Geschichte neu erleben. Warum sollen wir uns eigentlich die gute Laune verderben lassen, wenn wir am Ende alle gewinnen können? Gilt es auch das Kartell der ewig Gestrigen zu durchbrechen, womöglich auch unser Urteilsvermögen zu schärfen; ein wenig Gelassenheit und Toleranz wird uns in der weiteren Diskussion sicherlich allemal gut tun.

 
14.08.10

www.ulrichskirche.de nun auch in Portugiesisch

Aufgrund der hohen Zugriffszahlen auf unsere Webseite aus dem Ausland (über 40 Länder) haben wir diese nun auch ins Portugiesische übersetzen lassen:

http://www.ulrichskirche.de/cms/portugues.html

 
14.08.10

Teilnahme am Sudenburger Straßenfest

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. nahm am 16. Sudenburger Straßenfest teil und informierte mit einem eigenen Infostand über das Vereinsanliegen. Fotos folgen.

 
13.08.10

Die Magdeburger Volksstimme berichtet

 

 
12.08.10

Architectura pro homine diskutiert Wiederaufbau der Ulrichskirche

Ein bekanntes Architekturforum im Internet namens Architectura Pro Homine widmet sich der Rekonstruktion der Magdeburger Ulrichskirche und zeigt auf, wie der Umgang mit dem Thema "Wiederaufbau der Magdeburger Ulrichskirche" von Auswärtigen gesehen wird:

http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?f=38&t=1913

 
08.08.10

Radio MDR-Figaro berichtet

MDR Figaro berichtet in seinem Programm über die "Querelen um den Wiederaufbau der Ulrichskirche". Nach Anklicken des folgenden Links können Sie den Bericht auch online ganz unten auf der Seite anclicken und anhören:

http://www.mdr.de/mdr-figaro/kirche/7550787.html

 
07.08.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
06.08.10

Die Magdeburger Volksstimme berichtet

 
04.08.10

Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 
02.08.10

Die Magdeburger Volksstimme berichtet

 
31.07.10

Zwei neue Visualisierungen vorgestellt

"Die Ulrichskirche am Tage" und "Die Ulrichskirche am Abend" sind zwei neue Visualisierungen, die das Kuratorium Ulrichskirche e.V. in den letzten Monaten erarbeitet hat. Sie sollen eine bessere Vorstellung vom Aussehen des Ulrichplatzes nach dem Wiederaufbau der Ulrichskirche geben. Ca. 25% der Grünfläche werden benötigt, Springbrunnen und Restaurantbereich bleiben unangetastet. 

 
31.07.10

Der Nordkurier berichtet

 
30.07.10

Zusammenarbeit mit Landeszentrale für politische Bildung geplant

Nach Gesprächen mit der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) gibt das Kuratorium Ulrichskirche e.V. folgende neue PI heraus:  Presseinformation 05-2010 Zusammenarbeit mit LpB

 
30.07.10

Kommentar von Journalistin Ute Semkat in der Magdeburger Volksstimme

Kommentar: "Pseudo-Kirche, religiöses Entertainment, städtisches Versatzstück, Häme für den Frauenkirchen-Vergleich, Magdeburg-Disney"...harte Worte von der Journalistin Ute Semkat. Vom Gründungstag (31.10.2007) an führte das Kuratorium Ulrichskirche e.V. Gespräche mit der ev. Kirche, die in dem Nutzungskonzept der wiedererrichteten Kirche als Citykirche (Kirche mit Pfarrer ohne eigene Gemeinde) mündeten. Citykirchen gibt es zahlreich in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz, diese betreiben mit Sicherheit kein "religiöses Entertainment". Städteplaner und Bauexperten (Dr. Peters u.a.) haben explizit dargelegt, dass die Ulrichskirche auf den Ulrichplatz passt und hier auch hingehört. Die ottonische Ulrichskirche hat geschichtlich eine viel weitreichendere und tiefgründigere Bedeutung (Ottonik, Herrgotts Kanzlei, Bekennende Kirche) als die viel jüngere barocke Dresdner Frauenkirche. Die Wiederherstellung von historisierenden und funktionierenden Stadtzentren wird von den Bürgern angenommen und vor Ort nicht als Disneyland verurteilt (siehe Hildesheimer Marktplatz, Dresdner Neumarkt, Braunschweiger Bohlweg mit Stadtschloß,...). Jede Architektur ist rekonstruierbar, es zählt nur der geistige Entwurf. Und dieser ist für die Ulrichskirche exakt dokumentiert.

 
29.07.10

Bild Magdeburg berichtet

 
29.07.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
29.07.10

Der Magdeburger Generalanzeiger zeigt Sprengungsfoto

Fotograf Horst Scharf hält Magdeburg seit 60 Jahren in Bildern fest. Er fotografierte u.a. auch die Ulrichskirche nach Sprengung der Türme am 5.4.1956. Diese fielen nicht wie berechnet auf das Kirchenschiff, das daher noch kostenintensiv mit der Abrissbirne fünf Tage lang niedergelegt werden mußte.

 
28.07.10

Vortrag vor dem SPD-Ortsverein West

Dr. Tobias Köppe hält einen 45-minütigen Vortrag vor ca. 20 Mitgliedern und Gästen des SPD-Ortsvereins West. Vorstandsmitglied Ellen Richter begleitet ihn hierbei. Im Anschluss sachliche Diskussion über Pro und Kontra.

 
28.07.10

Leserbriefe in der Magdeburger Volksstimme

 
27.07.10

Neuer Newsletter für Vereinsmitglieder online abrufbar

Vereinsmitglieder erhalten den neuen Newsletter per Email oder können ihn im LOGIN-Bereich unserer Webseite herunterladen. Mitglieder, die kein Internet haben, bekommen den Newsletter per Post zugesandt.

 
26.07.10

Trendänderung: weg von Shopping-Malls, hin zu mehrteiligen Innenstadtstrukturen

Konzeptänderung in Stuttgart: Kein klassisches Einkaufszentrum mehr sondern mehrteiliges Gebäudeensemble! Mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro entsteht im Herzen der baden-württembergischen Landeshauptstadt das "Quartier am Mailänder Platz" - ein neues, lebendiges Stadtquartier mit einer ausgewogenen Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie, Büros, Hotel und innerstädtischem Wohnen. Das neue Konzept mit bis zu 500 Wohnungen für Familien, Singles und so genannte Silver Ager ab 50, einem Hotel und Erlebnisgastronomie sowie einer Vielfalt von Einkaufsmöglichkeiten eröffnet eine hervorragende Chance, um ein lebendiges Quartier zu schaffen. "Der Leitgedanke von gemischten Nutzungen liegt der Entwicklung des Europaviertels im Sinne einer urbanen Lebenswelt zugrunde", so Oberbürgermeister Schuster. Zusammen mit dem neuen Mailänder Platz wird das Quartier direkt gegenüber der neuen Bibliothek 21 urbaner Mittelpunkt des Stadtviertels sein und als lebendiger Marktplatz und Treffpunkt für Anwohner, Bibliotheksbesucher und Touristen auch Raum für kulturelle und sportliche Events bieten.

Der Wiederaufbau der Magdeburger Ulrichskirche führt ebenfalls zu einer neuen, urbaneren, lebendigeren Stadtmitte namens Ulrichplatz. Der Ulrichplatz trägt seinen Namen, weil auf ihm die Ulrichskirche stand bzw. weiterhin unter ihm ruht.

 
24.07.10

19.00 Uhr "Sachsen-Anhalt heute" (MDR) berichtet über Ulrichskirche

Das MDR-Fernsehen sendet heute um 19 Uhr den bereits angekündigten Bericht über das Kuratorium Ulrichskirche e.V. und die aktuellen Entwicklungen in Magdeburg. 

 
24.07.10

Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 
23.07.10

Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 

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