Die Magdeburger Schule und Georg Philipp Telemann

Am 25. Juni 2017 wird der 250. Todestag des großen Magdeburger Sohnes Georg Philipp Telemann feierlich begangen. Im gleichen Jahr wird am 31. Oktober 2017 der 500. Geburtstag des Reformationsjubiläums gefeiert. Zwei gute Gründe, die wiedererrichtete Ulrichskirche im gleichen Jahr zu weihen und sie in Teilen dem Protestantismus und der Magdeburger Musikgeschichte zu widmen.

Die heute herrschende Fülle mitteldeutscher Barockmusik wäre um einiges ärmer, hätte es in Magdeburg nach Einführung der Reformation nicht die hervorzuhebende Reihe von städtischen Musikdirektoren wie Agricola, Dressler, Grimm und Weißensee gegeben, die an der Altstädtischen Schule als eine der bedeutendsten protestantischen Zieh- und Ausbildungsstätten sowie an sechs Pfarrkirchen der Stadt als Kantoren für die kirchenmusikalischen Belange zu sorgen hatten. Sie wirkten in ihrer Zeit auch durch deutschsprachige Lehrwerke und großartige Kirchenkompositionen weit über Magdeburg hinaus. Gegenwärtig rückt diese Gruppe von Musikern unter dem Begriff der „Magdeburger Schule“ mit Nachdruck in den Fokus der Forschung.

Konzerthalle mit idealen Klangeigenschaften: das Kirchenschiff der Ulrichskirche

Dabei wird immer deutlicher, dass die heute bekannte Barockmusiklandschaft mit Telemann, Bach, Händel. u.a. ohne diese postreformatorische Magdeburger Musiktradition nicht denkbar wäre. In Magdeburg existiert jedoch keine musikgeschichtliche Dauerausstellung, die diese Bedeutung aufzeigt. Die Substanz der musikalischen Tradition ist dagegen riesig. So wird bis heute auch der in Magdeburg geborene Komponist Georg Philipp Telemann (1681-1767) in noch keiner Dauerausstellung gewürdigt. Telemanns Taufkirche, die Heilig-Geist-Kirche, fiel nach ihrem mit ausländischen Geldern bereits erfolgten Wiederaufbau 1959 den Sprengladungen der SED-Funktionäre zum Opfer. Heute steht an dieser Stelle das Einkaufszentrum "Allee-Center". Eine Darstellung des Lebens von Georg Philipp Telemann in der Ulrichskirche könnte die Bedeutung dieses großen Magdeburger Sohnes noch besser verdeutlichen. Sein Denkmal steht im Moment abseits vor einem Plattenbau, während in Halle und Leipzig die großen Söhne der Stadt mitten im Zentrum geehrt werden. Das Telemann-Denkmal könnte der Bedeutung des Magdeburger Komponisten entsprechend vor die Ulrichskirche versetzt werden.

Das Denkmal "Telemann und die vier Temperamente" vor der Kulisse eines Plattenbaus

Das Telemanndenkmal hätte vor der Ulrichskirche einen ehrenvollen Standort

Die dreischiffige, gewölbte Ulrichskirchenhalle wäre bei entsprechender Berücksichtigung von diversen die Akustik begünstigenden Elementen als Konzerthalle für Magdeburg geradezu prädestiniert. Dies bestätigt ein in Auftrag gegebenes Fachgutachten eines Kirchenakustik-Expertens, das der Halle der Ulrichskirche nahezu ideale Klangeigenschaften attestiert. Die Idee, in der wiederaufgebauten Ulrichskirche die barocke Schnitger-Orgel nach Göteburger Vorbild zu rekonstruieren, würde viele Musikliebhaber in die Stadt locken. Magdeburg könnte so an seine Tradition als Schnitger-Stadt anknüpfen.

Rekonstruktion einer Schnitger-Orgel in Göteburg: Die Fachwelt ist begeistert

 
 
 
Link zu www.kirchensprengung.de Link zu www.unseres-herrgotts-kanzlei.de Link zu www.ottostadt.de Link zu www.facebook.com/ulrichskirche Link zu twitter.com/ulrichskirche Link zu www.xing.com/net/prib244f1x/ulrichskirche
 
Zitat des Monats

"Das ist einer Stadt bestens und allerreichest Gedeihen, Heil und Kraft, dass sie viel feiner, gelehrter, vernünftiger und wohlerzogener Bürger habe."

Martin Luther

 
 
Ulrichskirchen-Uhr Edition 1

limitierte Sammelauflage

Ulrichskirchen-Uhr Edition 1 limitierte Sammelauflage jetzt bestellen