
Die Schaffung von innerstädtischen Kaufhäusern hat die City wiederbelebt und war im Kampf mit den Shopping Malls auf der grünen Wiese notwendig. City-Careé, Ulrichshaus und Allee-Center bieten eine reichhaltige Anzahl von Einzelhandelsgeschäften, die einen Shopping-Tourismus in benachbarte Großstädte unnötig machen. Der Ulrichplatz ist heutzutage eine große Grünfläche zwischen neo-neoklassizistischen "Stalinbauten" der 50er Jahre und moderner Kaufhausarchitektur. Der Stadtplatz ist riesig und bietet daher die Möglichkeit, die Ulrichskirche, die ca. 2/3 der Größe der Johanniskirche misst, am alten Standort wieder aufzubauen.
Im Hinblick auf den Ulrichplatz sollte folgendes bemerkt werden: Jakob Friedrichs, ein bereits verstorbener Magdeburger Architekt, schrieb in der Magdeburger Volksstimme über die Bauprojekte des Allee-Centers und des Ulrichshauses folgendes: "...Eine wichtige Chance zur Erzeugung von Unverwechselbarkeit ist bisher nicht genutzt worden: die leichte Krümmung der Ernst-Reuter-Allee. Solche Gegebenheiten des Stadtgrundrisses werden andernorts von den Architekten begierig aufgegriffen - hier wird eine langweilige gerade Bauflucht aufgemacht....eine noch gravierendere Schwäche im Städtebau sehe ich in der Baumassenentwicklung und Silhouettenbildung von der Elbseite her. Die hier von den Planern geübte Bescheidenheit ist unangebracht...die übergeordneten Kriterien sind aus der Gesamtsilhouette vom anderen Elbufer her abzuleiten, die durch den Abbruch von drei historischen Doppelturmanlagen schon genug ausgemagert ist...eine architektonische Konzeption kann ich - im Sinne einer zusammenhängenden schlüssigen, unverwechselbaren und auf die städtebauliche Umgebung bezogenen Gesamtkonzeption - noch nicht erkennen..."

Aktuelles Luftbild vom Ulrichplatz
Eine auf altem Grundriss wieder aufgebaute Ulrichskirche würde die genannten Kritikpunkte lösen: Der gekrümmte Verlauf der Ernst-Reuter-Allee würde durch sie betont werden, die "Lücke" in der Silhouette würde durch die Doppelturmanlage geschlossen werden. Hier wirkt sich nun die von Jakob Friedrichs noch kritisierte Baumassenentwicklung durchaus positiv aus: die Gebäude des Ulrichshauses und des Allee-Centers sind "flach" genug, um eine Silhouettenbildung durch die Türme der Ulrichskirche von der Elbseite her zuzulassen.
Der Wiederaufbau der Ulrichskirche wäre ein konsequenter Schritt in Richtung stimmiger Gesamtkonzeption, die sich hierdurch nun klar erkennen ließe. Dies ist eine Mutprobe zum Nutzen der Stadt. Wie schon Friedrich Jakobs schrieb: "Nur das Beste ist gut genug für den zentralsten Platz der Stadt". Das Beste für den Ulrichplatz ist die Ulrichskirche!

Ulrichplatz von Westen

Ulrichplatz von Osten

Ulrichplatz von Norden
"Es ist immer wieder sehr interessant, in die 'Baulichkeit' näher einzusteigen. Ich lege immer großen Wert auf möglichst detailgerechte Darstellung. Nur dadurch kann man den richtigen Eindruck bekommen."
(Wilfried von Wechmar aus Laatzen, Erbauer des Modells der Magdeburger Ulrichskirche im Maßstab 1:50)